Etikette
Die Hutetikette
Ohne Kopfbedeckung vor die Tür zu treten war noch Anfang der 60er Jahre so, als würde man heute ungeniert mit offenem Hosenstall durch die Welt spazieren.
Wann trägt man einen Hut?
Tagsüber trägt man alle Formate von Hüten, manche davon nur zu bestimmten oder besonderen Anlässen. In der Regel legt man am Abend den Hut ab.
Im christlichen Teil Europas, Amerikas und Australiens tragen Männer in geschlossenen Räumen keinen Hut, bei Frauen werden Ausnahmen gestattet.
Betreten eines Raumes
Beim Betreten von geschlossenen Räumlichkeiten nimmt man den Hut ab. Die Kopfbedeckung gehört bei Personen männlichen Geschlechts jedenfalls im christlichen Teil Europas, Amerikas und Australiens in geschlossenen Räumen nicht auf den Kopf. Das bedeutet also, betritt der Herr einen geschlossenen Raum, wird der Hut sofort gelüftet und bleibt so lange vom Kopf, bis der Hutträger wieder im Freien steht.
Uniformträger wie zum Beispiel Offiziere, Polizisten oder Piloten nehmen ihre Mütze allerdings auch beim Betreten eines Raumes ab, wie die männlichen Hutträger.
Ausnahmen
Die Frau kann die Kopfbedeckung immer aufbehalten. Generell gilt, die Dame muss es fast nie, es sei denn, sie hat den Hut als Kälteschutz aufgesetzt und geht in einen Raum, in welchem man ausführlich – etwa zu einem längeren Diner sitzt. Dann legt auch die Dame ihren Hut ab und lässt ihn in der Garderobe hängen.
Zu Stehpartys dagegen, zu Empfängen, zu Soirées, die durchaus auch im Raume stattfinden, zu Gottesdiensten, zum Beispiel bei Hochzeiten, wahlweise auch zum eher nicht stundenlangen Kaffee und zum Kurzbesuch bei Bekannten, darf, muss aber der Damenhut keineswegs, den Kopf der Damen weiter zieren.
Höflichkeitsgesten
Im Freien lüftet der Herr seinen Hut, sobald er jemanden grüsst. Diese Geste bedeutet Respekt vor dem anderen und wird unabhängig davon gezeigt, ob der andere nur mit einem leichten Kopfnicken, also ohne Handschlag begrüsst wird, oder ob die beiden Grüssenden stehen bleiben und sich die Hand geben.
Differenzierter wird diese Höflichkeitsgeste bei Mützen gehandhabt. Der kultivierte Mann behandelt eine Schirmmütze, dazu gehört natürlich auch ein Baseballcap, genau so, wie einen Hut.
Aber auch diese Regel enthält eine wichtige Ausnahme für Uniformträger.
Ausnahmen
Träger von Uniformen: Der Uniformträger, also zum Beispiel der Offizier - der Polizist - oder der Pilot, behält seine Mütze beim Grüssen immer auf dem Kopf.
Ausgenommen sind Träger von: Pudelmützen - Baskenmützen - Skimützen und ähnlichen Kopfbedeckungen ohne Schirm und Krempe ausserhalb von geschlossenen Räumen.
Ausgenommen ist auch die Kippah. Diese kann von Männern wie auch Damen immer getragen werden.
Fazit: Der feine Mann macht nichts falsch, wenn er im Zweifel den Hut abnimmt.
Festlichkeiten
Kirchliche Anlässe
Bei kirchlichen Veranstaltungen hängt es stark von der jeweiligen Religion ab: Im Judentum tragen Damen und Herren in der Kirche eine Kopfbedeckung (Kippa und Tichel).
Bei christlichen Andachten hingegen (inklusive Beerdigung und Taufe) schreiben Bibel und Tradition ursprünglich vor, dass Frauen ihren Kopf bedecken sollten, Männer jedoch nicht. Mittlerweile ist es selbstverständlich, dass eine Frau auch ohne Bedeckung eine Kirche besuchen darf.
Früher hielt man sich allerdings an das, was Paulus sagte: "Die Frau aber ist der Abglanz des Mannes." Somit war eine Kopfbedeckung ein Zeichen von Demut gegenüber Gott.
Wie gut, dass wir heute in Zeiten der Emanzipation leben!
Theater Kino Oper
Im Theater, Kino und in der Oper ist es höflich, seinen Hut drinnen abzusetzen, da man anderen eventuell die Sicht versperren könnte. Auch wenn du in der letzten Reihe sitzt, gilt hier für Frauen und Männer ebenfalls: Hut ab!
